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Kalt gestellt ... |
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... nicht Wein, nicht Bier und auch nicht Sekt. Das geht auch mit einem Consulter, ich nenne ihn hier Berater und das ist seine Geschichte. Sie mag wohl jedem Berater irgendwann einmal passieren, doch nicht jeder bekommt es früh genug mit. Wie der Name schon sagt, berät ein Berater und zwar versucht er das, was besprochen, angedacht, geklärt und schlussendlich gegen ein gewisses Entgelt, dem Honorar vereinbart wurde so umzusetzen, dass es die Vorstellung derjenigen trifft, die ihn engagiert haben. Und so war es auch bei Berater Sepp:
Er hörte sich an was man sich vorstellte, gerne hätte, wolle und müsste. Er machte seine Vorschläge und wurde zu einem guten Honorar über eine längere Zeit, man sprach von etwa einem Jahr, engagiert. Sepp freute sich, denn für ein gutes Jahr schien sein Einkommen gesichert. Sepp tat was gewünscht, analysierte Abläufe, machte Vorschläge was zu verbessern wäre, setzte es mit den Mitarbeitern um und man befand es für gut, effektiv und war zufrieden. Doch nicht alle Mitarbeiter wollten das Neue akzeptieren, auch fühlte sich so mancher seines Ruders beraubt, da ein Teil seines „wichtigen“ Jobs durch das Neue wegfiel.
Und so begann das übliche Spiel. Man war freundlich, tat so als ob, fand alles super, klasse, einfach, aber man klagte anderorts, dass früher alles besser war und man beschwerte sich auch beim Chef, wovon es nicht nur einen gab. Sepp bekam es mit, versuchte zu klären und verwies auf die notwendige Konsequenz, ohne die Änderungen nur schwer möglich sind. Man nickte, man bestätigte und meinte, es wäre alles wunderbar. Eines Morgens jedoch, als sich Sepp wie gewohnt nach dem Stand erkundigen wollte, hatte man gehandelt, oder das Spiel gewonnen? Man arbeitete wieder wie zuvor, wartete fluchend und schimpfend auf Information aber behauptete trotzdem, so wäre es besser. Zu Sepp meinte man, man käme nun allein klar und bezog sich auf die Unterstützung des Chefs, der für die fehlende Information sorgen wollte.
Sepp hatte so gut wie nichts mehr zu tun, seine Aufgabe war für diesen Teil erledigt. Aber auch Sepp bekam keine Information. Somit suchte er das Gespräch mit dem Chef, der dafür verantwortlich war und äußerte seine Bedenken. Doch wie überrascht war Sepp, als der ihm erklärte, es sei doch noch alles beim Alten.
Sepp erinnerte sich an die anfängliche Bitte, vertrauensvoll alles anzusprechen und sprach es nun bei seinem Auftraggeber an. Doch auch dieses Mal sah man ihn verwundert an und meinte, es hätte sich nichts geändert und Sepp blieb kaltgestellt, doch auch das sprach man nicht aus, erkundigte sich auch nicht nach seinem weiteren Tun und so lief der Stundenzähler weiter.
Sepp begann zu dokumentieren und sah das Ende des Auftrags mit dem Ende des Monats. Sein Gefühl trog ihn nicht. Man schickte ihn höflich mit den handelsüblichen Argumenten „viel zu tun, im Moment keine Zeit, Stress weil Urlaub ….“ in eine Auszeit mit dem Versprechen, sich in ein paar Tagen wegen des weiteren Vorgehens zu melden, was wie erwartet auch nicht geschah.
Nun gut, dachte Sepp: Der Nächste wird kommen, denn vor Sepp war auch schon einer da. Man wird ihm erzählen, dass Berater manchmal nichts bringen aber eine Menge Geld kosten. Dass ja alles bisher umsonst war, denn in dieser Firma hat sich noch nie etwas geändert und, dass sich nun endlich was ändern muss, was wieder eine Menge Geld kosten wird.
Sepp suchte sich einen neuen Auftrag, lachte über die Unfähigkeit, etwas zu ändern, genoss seine Auszeit und nahm sich vor, das nächste Mal den Regeln zu folgen:
„Sage die Wahrheit nur, wenn noch Interpretationsspielraum besteht!“ „Sage die Wahrheit nur, wenn keiner davon betroffen ist!“ „Sage die Wahrheit immer positiv, auch wenn sie noch so negativ ist.“
Übrigens: Ähnlichkeiten mit Personen oder Örtlichkeiten sind rein zufällig! Ihre Petra J. Meier |
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